Pinsel, Stift und Tuschefass – Materialkunde

Outdoor Zeichnen – Betriebsgeheimnis: Die Wahl des Materials

Ich werde oft gefragt, mit welchen Stiften ich meine Zeichnungen mache. – Eine gute und essenzielle Frage!
Die für mich passenden Werkzeuge dafür stelle ich euch nun hier vor:

Über die Jahre hab ich beim zeichnen verschiedenste Materialien probiert, verwendet und auch wieder verworfen. Die Farben und mein Ausdruck haben sich mehr und mehr reduziert bis ich dann bei der klassischen schwarz-weiss Zeichnung gelandet bin.
Meine Kriterien für die Stiftwahl beim Outdoor Zeichnen oder dem Zeichnen unterwegs sind:

  • Verfügbarkeit: wie schnell kann ich den Stift, Pinsel,… einsetzen
  • Praktikabilität: wie viel Vorbereitung oder Nacharbeiten (putzen, trocknen,…) wird benötigt
  • Ausdrucksmöglichkeit: welche Varianten kann das verwendete Material bieten
  • Qualität: Lichtechtheit des Pigments, Farbauftrag und Strapazierfähigkeit des Stiftes / Pinsels
  • Sensibilität: Kann ich damit auch im ruckelndem Bus, bei Wind und Wetter, ohne Tisch oder andere Unterlage arbeiten?
  • Haltbarkeit am Untergrund: Verwischt die Farbe am Papier oder bleibt sie auch bei Erschütterung (durch viel Bewegung des Materials im Rucksack) am Untergrund haften?

Ursprünglich hab ich den klassischen chinesischen Tuschepinsel mit Ziegenhaar verwendet. In meinem Fall ein auseinanderschraubbares Modell, dazu ein Tuschefässchen aus unzerbrechlichem Kunststoff und ein Stück Stoff um den Pinsel einzuwickeln.

zerlegbarer chinesischer Tuschepinsel


Wie ihr am Foto sehen könnt ist der Pinsel schwarz glänzend, also die Farbe darin eingetrocknet. So etwas kann man nur mit echter chinesischer Tusche machen. Bei Acrylfarben könntet ihr den Pinsel jetzt wegschmeißen. Für einen richtigen Tuschepinsel ist das aber der optimale Umgang! Die eingetrocknete Farbe schützt die feinen Haare vor dem Abbrechen. Wenn man nun wieder damit zeichnen möchte hängt man den Pinsel in die flüssige Tusche und langsam lösen sich die Haare wieder.
Das alles macht es aber kompliziert und oft unmöglich, wenn man schnell mal unterwegs ein Bild machen möchte. Ich erinnere mich, als ich Stunden an irgendwelchen Stränden in Asien verbracht hab, auf Bodenpölstern sitzend, am Tischchen daneben Tuschefass, Pinsel und ein kühles Bier aufgestellt und so in entspannter meditativer Ruhe eine Zeichnung nach der anderen entstanden ist. Dafür war es super! (Das Bier oft auch… 😉 ) Unterwegs im Zug oder wenn es mich mal schnell gereizt hätte eine flüchtige Szene festzuhalten, musste der Tuschepinsel aber im Rucksack bleiben.

Echte chinesische Tusche ist von guter Qualität und Lichtechtheit. Satt aufgetragen ergibt sich am Papier ein Glanz, der eine sehr spezielle Charakteristik hat. Mit einem guten Pinsel kann man ganz feine, detaillierte Arbeiten machen und auch richtig fette, durchgehende Striche ziehen. Der Tuschepinsel benötigt einiges an Übung im richtigen Umgang und es braucht Ruhe und Zeit um damit arbeiten zu können.

Wer das nicht hat, aber trotzdem mit ähnlicher Technik arbeiten möchte, kann einen Tuschepinsel mit Patrone verwenden.
Mittlerweile gibt es verschiedene Hersteller, die Modelle in unterschiedlicher Qualität anbieten.


Worauf ihr beim Kauf achten solltet:

  • Patrone oder Selbstbefüllung? – Es gibt Modelle, die so wie eine Füllfeder mit Patrone bestückt werden können. Andere haben einen Tank, den man selber mit der Farbe nach Wahl befüllen kann.
  • Tinte, Aquarell oder Tusche? – Die Farbwahl ist für die Qualität entscheidend. Hochpreisige Modelle haben Tintenpatronen mit besserer Lichtechtheit und Farbdichte, bei selber gemachten Füllungen aus Aquarellfarbe muss man beachten, dass die Stifte dann nicht zu lange liegen bleiben, da sie eventuell schimmeln können. Wichtig ist: wasserlösliche Farbe zu verwenden! Ein mal in den feinen Teilen des Tuschepinsels eingetrocknet lassen sich die Stifte meist nicht mehr retten und man muss sie wegschmeißen.
  • Strichstärke – je grösser der Pinsel, desto breiter der Strich, desto satter der Farbauftrag
  • Handlichkeit – da einfach im Geschäft ausprobieren ob das Gerät gut in der Hand liegt und man gerne damit arbeitet.

Das Wichtigste zum Schluss:
Was auch immer ihr zum Zeichnen verwendet – ihr sollt euch damit wohl fühlen. Zeichnen ist direkte Übertragung eures innersten Ausdrucks aufs Papier – sinnlich, feinfühlig und individuell. Und wenn’s passt, dann passt’s einfach. Mehr is es nicht 😉

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